Jeder von uns ist fast tag täglich im Internet unterwegs. Dabei ruft man nicht nur seine elektronische Post ab, sondern besucht die ein oder andere Internetseite. Darunter Nachrichtenseiten, Communities und andere nicht kommerzielle Internetseiten. Im Laufe der Zeit wird das Spektrum an persönlich interessanten Internetseiten immer größer. Dem entsprechend wächst auch der Zeitaufwand, diese alle aufzurufen. Um so enttäuschender ist es, wenn man zehn Seiten besucht und nur auf zweien etwas Neues zu lesen ist. Das heißt der Benutzer holt sich to pull (aktiv) die Informationen auf seinen Computer. Das führt bei regelmäßiger Erweiterung der Bookmarkliste (Lesezeichen des Internetbrowsers) zu einem erheblichen Zeit- und Organisationsaufwand.

Dies ist natürlich nur eine Möglichkeit, sich auf dem Laufenden zu halten. Ende des letzten Jahrhunderts entwickelte Dave Winer eine neue Technik der einfachen Informationsverbreitung. Mit Hilfe von XML erstellte er ein plattformunabhängiges Dateiformat für den Austausch von Inhalten jeglicher Art. Mit dessen Hilfe können die Anbieter der Seiten den Benutzer selbst informieren, wenn sich auf ihrer Seite etwas geändert hat. Der Anbieter stellt eine Datei ins Netz, die über das Standard-Protokoll „http“ abgerufen werden kann und die den Benutzer informiert, welche Teile der Webseite aktualisiert wurden. Auf diese Dateien kann man dann mit Hilfe von einem Browser (Firerfox / Internet Explorer ab version 7), speziellen Internetangeboten oder mit einem RSS Programm zugreifen. Der Benutzer bekommt die Daten auf seinen Computer oder auf eine Internetseite mit dem entsprechenden Angebot geliefert (to push) und muss nicht mehr alle für ihn interessanten Angebote selber aufrufen.

Dieses “Liefern“ von Nachrichten passiert in einer frei gewählten Frequenz, lässt sich im Anzeigelayout frei wählen und archivieren.
Wann entstand die RSS- Technik ?
Nun etwas zur Geschichte von RSS: Im Jahre 1997 entwickelte Dave Winer von der Firma Userland RSS als neue Beschreibungssprache für Metadaten. Das Ziel der Sprache war es, ein Werkzeug zu besitzen, mit welchem man Nachrichtenkanäle (Newsfeeds) zusammenstellen kann, um diese dann auf seiner eigenen Seite zu verwenden. Dadurch sollte es einfacher werden, Nachrichten jeglicher Art schnell auf jeder beliebigen Seite einzubinden und zu verbreiten.
Im Jahre 1999 entwickelten Mitarbeiter von Netscape RSS für ihr Newsportal „My.netscape.com“ weiter. Die erste RSS 0.9 Version wurde spezifiziert und kurze Zeit später entstand die Version „RSS 0.91“. Seit dieser Zeit wird RSS stetig weiter entwickelt. Derzeit ist die aktuellste Version „RSS 2.0“. Mittlerweile gibt es auch alternative Techniken, die ähnlich funktionieren, wie z.B. „Atom“, welches die Nachfolge von RSS antreten will.
Wie sieht eine RSS Datei aus?
Die RSS-Dateien werden mit Hilfe der Textmarkierungssprache XML erstellt, welche ähnlich wie HTML aussieht, aber nicht das Layout, sondern nur die Struktur des Dokumentes beschreibt. Das nun folgende Beispiel zeigt, wie eine solche Datei aufgebaut ist:
<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?> <rss version="2.0"> <channel> <title>der Titel des RSS-Feeds</title> <link>Webadresse des Anbieters</link> <description>Kurze Beschreibung des RSS-Feeds</description> <language>de-de</language> <copyright>urheberrechtliche Informationen</copyright> <pubDate>Datum der Erstellung</pubDate> <image> <url>Soll eine Grafik, z.B. ein Logo, eingebunden werden, hier dessen Adresse eintragen</url> <title>Titel des Bildes</title> <link>Adresse, mit der das Bild verknüpft werden soll, z. B. die Adresse der Webpräsenz des Herausgebers</link> </image> <item> <title>der Titel des ersten Artikels</title> <description>Eine kurze Zusammenfassung des Artikels</description> <link>Adresse zur Gesamtansicht des Artikels</link> <author>Autor des Artikels <E-Mail-Adresse></author> </item> <item> <title>Titel Ich bin der zweite Artikel</title> <description> <![CDATA[ <h1>Hier kann auch der vollständige HTML-Inhalt des Artikels stehen</h1> <p>…</p> ]]> </description> <author>Autor des Artikels <E-Mail-Adresse></author> </item> </channel> </rss>
Diese RSS- Datei auch Newsfeed genannt besteht aus optionalen und Pflichtelementen. Sie beginnt mit dem XML- Abschnitt (Tag), der die XML- Version und die in der Datei verwendete ISO- Norm enthält. Darauf folgt der RSS- Tag, der die in der Datei verwendete RSS Version beinhaltet. Der restliche Inhalt der Datei ist durch einen
RSS- Dateien sind in Form von Modulen aufgebaut und somit beliebig erweiterbar und flexibel zu verwenden. Der Newsfeed sollte aber eine maximale Artikelanzahl (die item- Tags in der Datei) von 15 pro Newsfeed nicht überschreiten.
Weblogs machten RSS bekannt
Im Rahmen der Verbreitung von Weblogs erlebte RSS in den letzten zwei Jahren einen rasanten Zuwachs an Nutzern. Durch die ständige Aktualisierung der Weblogs von bis zu 20 Artikeln pro Tag hat man sich in der Blogg- Gemeinschaft angewöhnt, die Artikel über den Newsfeed zu abbonieren und auf seiner Festplatte zu archivieren.
Viele von uns nutzen Newsfeeds schon seit längerem, ohne dies zu wissen. Laut einer Studie (vom Oktober 2005) des amerikanischen Webunternehmens Yahoo.com, benutzen 69% der Internetuser kein RSS. Von den übrigen 31%, die RSS verwenden, wissen dies lediglich 4%. Die restlichen 27% benutzen RSS bei Onlineangeboten wie My-Yahoo, MSN etc. durch personalisierte Startseiten und ähnliches vollkommen unbewusst.

Wie Abonniere ich ein Newsfeed
Auf welchen Seiten dem Benutzer ein Newsfeed angeboten wird, erkennt er in den meisten Fällen durch einen kleinen Textlink oder durch das
RSS-Symbol. Durch Verwenden des Links (in grafischer- oder Textform) gelangt der Benutzer direkt zu RSS-Datei, welche er dann in verschiedener Form weiter verwenden kann. Wie weiter oben schon erwähnt, ist es möglich mit den Browsern den Newsfeed in Form eines dynamischen Lesezeichens zu abonnieren.



Alternativ kann die RSS Datei aber auch in einen RSS-Reader eingetragen werden, welcher die Datei optisch aufbereitet und gut lesbar anzeigt
Eine kleine Auwahl an Feedreadern (für Windows)
Links / Quellen: